2. November 2026

    Glossary

    • ANOCA

      = angina with non-obstructive coronary arteries; überwiegend bei Frauen als Ursache für eine KHK nachgewiesen.
    • Aristoteles

      Aristoteles (griechisch Ἀριστοτέλης Aristotélēs,  * 384 v. Chr. in Stageira; † 322 v. Chr. in Chalkis auf Euböa)
      war ein griechischer Universalgelehrter.
      Er gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten Philosophen und Naturforschern der Geschichte.
      Sein Lehrer war Platon, doch hat Aristoteles zahlreiche Disziplinen entweder selbst begründet oder maßgeblich beeinflusst, darunter Wissenschaftstheorie, Naturphilosophie, Logik, Biologie, Medizin, Physik, Ethik, Staatstheorie und Dichtungstheorie.
      Aus seinem Gedankengut entwickelte sich der Aristotelismus.

    • Auenbrugger

      Johann Leopold Auenbrugger, ab 1783 Edler von Auenbrugg (* 19. November 1722 in Graz; † 18. Mai 1809 in Wien) war ein österreichischer Mediziner und nebenbei auch Librettist. Er war ein Arzt der Aufklärung und gilt als der Erfinder der epochemachenden medizinischen Untersuchungstechnik der Perkussion.

    • Auswurffraktion

      Verhältnis von Schlagvolumen zu enddiastolischem Volumen ((SV/EDV)*100). Norm 50-70%. Bestimmung durch Echokardiografie. Auch  als EF = ejection fraction (engl.) bekannt.

    • Autopsie

      Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen (autopsía) und bedeutet wörtlich übersetzt „selbst sehen“ oder „mit eigenen Augen schauen“. Dieser Begriff wird im Alltag und besonders im englischen Sprachraum (autopsy) sehr häufig verwendet. Das deutsche Wort „Obduktion“ hat die gleiche Bedeutung: der Begriff kommt aus dem Lateinischen (obductio) und leitet sich von obducere (bedecken oder nachträglich hinzuziehen) ab. In der deutschen Amtssprache und im Klinikbereich ist dies der geläufigere Begriff.

    • COPD

      = chronic obstructive pulmonary disease. Lungenerkrankung, die auf eine Widerstandserhöhung im Lungenkreislauf zurückgeht und das rechte Herz belastet.

      Ursachen: Asthma bronchiale, wiederholte Lungenembolien.

      Folgen: Rechtsherzinsuffizienz, sichtbare Venenstauung, Lebervergrößerung

    • Corvisart

      Jean Nicolas Corvisart (* 15. Februar 1755 in Dricourt/Champagne, † 18. September 1821 in Courbevoie, Département Hauts-de-Seine), war ein französischer Mediziner, insbesondere Kardiologe und Leibarzt von Napoléon Bonaparte. Neben Philippe Pinel und Francois Xavier Bichat zählt Corvisart zu den wichtigen Vertretern der Pariser klinischen Schule der Medizin.

    • ECMO

      Extracorporale Membranoxygenierung; sog. künstliche Lunge. Einsatz bei kritisch Kranken im Kreislaufschock, wobei venöses Blut entnommen und nach Oxygenierung (Sauerstoffanreicherung) arteriell wieder zugeführt wird.

    • EMAH

      = Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern. Es handelt sich um eine Gruppe, die meist als Kinder an einem angeborenen Herzfehler operiert wurden. Ein zweite Gruppe ist mit diesen Herzfehlern „alt“ geworden, eventuell mit einem VSD (Defekt des Kammerseptums)  oder ASD (Defekt des Vorhfseptums) .

    • Forssmann

      Werner Theodor Otto Forßmann (* 29. August 1904 in Berlin; † 1. Juni 1979 in Schopfheim) war ein deutscher Mediziner und Nobelpreisträger. Er führte 1929 an sich selbst die erste publizierte und über ein Röntgenbild dokumentierte Herzkatheterisierung beim Menschen durch. Wenige Jahre später zeigte er, dass Kontrastmittel im Herzen des Menschen gefahrlos angewendet werden können. Vor allem in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg griffen André Frédéric Cournand und andere Mediziner seine Arbeiten auf; sie bilden die Basis der modernen Herzdiagnostik.

    • Galenus

      Galen (129-199 n. Chr.) wurde im damals griechischen Pergamon – dem heute in der Türkei liegenden Bergama – geboren, wo auch ein Tempel für den Heilgott Asklepios (Äskulap) stand. Sein Vater, der Architekt Nikon, unterrichtete ihn zunächst in der aristotelischen Philosophie, der Mathematik und Naturlehre. Seine Mutter wurde als ausgesprochen bissig charakterisiert, eine Eigenschaft, die auch Galen zugeschrieben werden kann. Ab etwa 146 beschäftigte sich Galen vornehmlich mit der Medizin, studierte in der Nähe von Smyrna, dem heutigen Izmir und reiste viel, u.a. auch nach Alexandria, dem Zentrum der Heilkunst zu jener Zeit und dem einzigen Ort der Antike, an dem Humansektionen durchgeführt wurden

    • GLP1-Agonist

      = Glucagon-like-Peptide 1; Agonist bedeutet, dass das Medikament den Rezeptor für GLP1 aktiviert und die Wirkung nachahmt. Handelsnamen Wegovy® oder Ozempic®. Das Medikament wird bisher als Injektion in wöchentlichem Abstand verabreicht.

    • Grüntzig

      Andreas Grüntzig wurde am 25. Juni 1939 in Dresden geboren. Bei Eberhard Zeitler in Engelskirchen lernte er 1971 die Wiedereröffnung von verschlossenen Arterien mittels Dotterung, einem von Charles Dotter entwickelten Bougierungsverfahren, kennen.

      Nach der Erfindung des Ballonkatheters für periphere Arterien 1974 führte er am 16. September 1977 erstmals eine erfolgreiche Ballondilatation zur Aufdehnung verengter Herzkranzgefäße in Zürich durch, die sogenannte perkutane transluminale Koronarangioplastie (PTCA) oder perkutane Koronarintervention (PCI).[1] Hierbei dehnte er im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung ein um etwa 80 % verengtes, nur etwa drei Millimeter kurzes Stück des Vorderwandastes (LAD) des Herzens mit einem in das Gefäß eingeführten Ballon auf, stellte eine normale Durchblutung wieder her und ersparte so dem Patienten eine Bypassoperation. Noch nach zehn Jahren zeigte sich bei Kontrolluntersuchungen die erweiterte Engstelle offen. Seine ersten vier auf einem Kongress der Amerikanischen Herzgesellschaft (AHA) vorgestellten Fälle erregten große Aufmerksamkeit, aber auch Skepsis; heute werden seine Leistungen als Vorreiter der interventionellen Kardiologie weltweit anerkannt.

    • Harvey

      William Harvey (* 1. April 1578 in Folkestone/Grafschaft Kent; † 3. Juni 1657 in Roehampton) war ein englischer Arzt und Anatom sowie – mit dem experimentellen Nachweis und der 1628 veröffentlichten Arbeit „Über die Bewegung des Herzens und des Blutes“, einer erstmaligen Beschreibung des Kreislaufs vom Blut im Körper (des großen Blutkreislaufs) – der Wegbereiter der modernen, die antike Humorallehre ablösenden, Physiologie. Er legte mit seinen Publikationen einen Grundstein für die heutige Kardiologie und damit auch für die Herzchirurgie.

    • Herzfrequenz-Variabilität

      Messung der autonomen Variabilität des Herzschlags (HRV; Schlag-zu-Schlag-Differenzen), der von Einflüssen des vegetativen Nervensystems (Vagus, Sympathikus) abhängig ist. Dabei führt Vaguswirkung (oder Vagustonus) zur Frequenzverlangsamung, Sympathikuswirkung zur Beschleunigung. Die HRV wird als Standardabweichung (SDNN) erfasst. Eine niedrige HRV ist positiv für das Herz und ein Trainingseffekt, eine hohe HRV ist negativ und signalisiert Stress sowie höheres Herz-Risiko.

    • HFpEF

      = Heart failure with perserved ejection fraction. Oft bei Frauen vorkommende Herzinsuffizienz mit erhaltener, oft gesteigerter Auswurffraktion. Grundlage ist ein „steifer“ linker Ventrikel, etwa durch Bluthochdruck.

    • HFrEF

      = Heart failure wirh reduced ejection fraction: häufige Herzinsuffizienz vor allem bei Männern und meist ausgeprägter klinischer Symptomatik

    • Hippokrates

      Hippokrates und latinisiert auch Hippocrates, war ein griechischer Arzt und Lehrer. Er gilt als der berühmteste Arzt der Antike, dessen Schule die Theorie von vier Körpersäften im Konzept der Humoralpathologie lehrte, und zudem als „Vater der (modernen) Medizin“, der ärztliches Handeln über die Wirkungskraft priesterlicher Worte stellte und einem hohen ethischen Verantwortungsbewusstsein unterordnete. Er legte Grundlagen. für die Medizin als Wissenschaft, insbesondere als auf umfangreichen Beobachtungen und Beschreibung von Krankheitssymptomen fußende Erfahrungswissenschaft. Von den ihm zugeschriebenen Schriften sind vor allem die Aphorismen verbreitet.

    • HTX

      Herztransplantation; wird oft in der englischen Literatur verwendet.

    • IABP

      Intraaortale Ballonpulsation; älteste Methode der Kreislaufunterstüzung, bei der über einen aortalen Ballon in der Herzdiastole (Erschlaffungsphase) eine Entlastung de Herzens versucht wird. Überdies kommt es zu einer Verbesserung der Koronardurchblutung. Die Methode wird derzeit nicht mehr empfohlen, aber noch angewendet.

    • INOCA

      = ischemia with non-obstructive coronary arteries; Nachweis einer Ischämie mit EKG, Card-CT oder MRT

    • Judkins

      Melvin Paul Judkins (May 3, 1922 – January 28, 1985) was an American physician known for his pioneering contributions to the field of radiology, with techniques and devices that played a part in the early development of the fields of interventional radiology and interventional cardiology. He developed specialized pre-shaped catheters to reach the coronary vessels via the aorta. Today, they are commonly used and known as Judkins catheters.

    • Laennec

      René Théophile Hyacinthe Laennec, * 17. Februar 1781 in Quimper; † 13. August 1826 in Kerlouanec in der Gemeinde Ploaré bei Douarnenez, Finistère, war ein französischer Arzt. Er war ein bedeutender Kliniker und erfand das Stethoskop.

    • LVAD

      Left Ventricular Assist Device: hierbei handelt es ich um Geräte, die bei schwerem Kreislaufversagen etwa bei der akuten Herzinsuffizienz eingesetzt werden. Sie sind geeignet, dem Herzen Zeit zur Erholung einzuräumen oder die Zeit bis zu einer HTX zu überbrücken.

    • Malpighi

      Marcello Malpighi (* 10. März 1628 in Crevalcore, Provinz Bologna, Italien; † 29. November 1694 in Rom) war ein italienischer Anatom und Pionier der Mikroskopie, der als Mitbegründer der Pflanzenanatomie und vergleichenden Physiologie gilt. Er entdeckte die Kapillargefäße des Menschen.

    • MINOCA

      = myocardial infarction with non-obstructive coronary arteries; Infarktnachweis bei ANOCA oder INOCA

    • PTCA

      perkutane transluminale Coronar-Angioplastie; von GRÜNTZIG 1977 eingeführte Methode der Ballontherapie von geeigneten Engstellen der Koronararterien. Inzwischen effektiv weiterentwickelt zur Stent-Einpflanzung.

    • R. Virchow

      Rudolf Ludwig Carl Virchow:

      Rudolph(us) Virchow (* 13. Oktober1821 in Schivelbein/Hinterpommern, Provinz Pommern; † 5. September 1902 in Berlin)[2], war ein deutscher Arzt, Pathologe, Pathologischer Anatom, Anthropologe, Prähistoriker und Politiker. In Würzburg und Berlin erlangte er Weltruf. Er begründete mit der Zellularpathologie und seinen Forschungen zur Thrombose die moderne Pathologie und vertrat eine sowohl naturwissenschaftlich als auch sozial orientierte Medizin. Er war Geheimer Medizinalrat. Als liberaler Politiker und Mitbegründer der Deutschen Fortschrittspartei und der Deutschen Freisinnigen Partei stand er in höchstem Ansehen. Er gilt als Begründer der modernen Sozialhygiene.

    • Röntgen

      Wilhelm Conrad Röntgen (* 27. März 1845 in Lennep, heute Stadtbezirk von Remscheid; † 10. Februar 1923 in München) war ein deutscher Physiker und Hochschullehrer. Er entdeckte am 8. November 1895 im Physikalischen Institut der Universität Würzburg die „X‑Strahlen“ (die nach ihm benannten Röntgenstrahlen). Hierfür erhielt er 1901 bei der Vergabe der ersten Nobelpreise den Nobelpreis für Physik. Seine Entdeckung revolutionierte unter anderem die Medizinische Diagnostik und führte zu weiteren wichtigen Erkenntnissen des 20. Jahrhunderts, z. B. der Entdeckung und Erforschung der Radioaktivität.

    • Säftelehre

      Die Viersäftelehre (Humoralpathologie) ist ein antikes medizinisches Modell, das Gesundheit als Gleichgewicht von Blut, Schleim, gelber und schwarzer Galle definierte. Entwickelt von Hippokrates und Galen, prägte sie die europäische Medizin bis ins 19. Jahrhundert. Krankheiten galten als Folge eines Ungleichgewichts (Dyskrasie), therapiert durch Aderlass, Diät oder Kräuter.

    • Sones

      Frank Mason Sones (* 28. Oktober 1918 in Noxapater, Mississippi; † 28. August 1985 in Cleveland, Ohio) war ein US-amerikanischer Mediziner. Er war seit 1942 verheiratet und hatte vier Kinder. Er war ein Pionier der Herzkatheteruntersuchung (koronare Angiografie).

      Ab 1958 entwickelte er aus der in den 1930er Jahren entstandenen Angiokardiographie systematisch verfeinerte Methoden zur koronaren Angiografie (als selektive Koronarangiographie). Sie waren eine Voraussetzung der erfolgreichen Durchführung der ersten Bypass-Operation durch seinen Kollegen an der Cleveland Clinic René Favaloro (1967).

      1969 erhielt er den Canada Gairdner International Award, 1983 den Lasker~DeBakey Clinical Medical Research Award und 1978 erhielt er den AMA Scientific Achievement Award. 1973 erhielt er den Ray C. Fish Award des Texas Heart Institute. Er war erster Präsident der Society for Cardiac Angiography.

    • Split-Klimageräte

      Ein Split-Klimagerät ist ein fest installiertes Kühlsystem, das aus mindestens zwei getrennten Teilen besteht: dem Außengerät (mit Kompressor) und einem oder mehreren Innengeräten. Beide Einheiten sind durch dünne Rohre verbunden, in denen ein Kältemittel zirkuliert, das die Wärme aus dem Raum nach draußen

    • TAH

      Total Artificial Heart: Kompletter mechanischer Herzersatz, derzeit meist noch im experimentellen Stadium. Sie dienen meist als Bridging bis zur HTX und setzen eine Entfernung des nativen Herzens voraus. Komplikationen sind Blutungen, Fehlfunktionen oder Infektionen. Die Lebensqualität des Trägers ist meist eingeschränkt wegen des Mitführens einer großvolumigen Batterie und des Controllers- Hier sind Verbesserungen im Gange.