20. April 2026

    Definition von Präventionsmaßnahmen

    Das Deutsche Ärzteblatt beschreibt in seiner Ausgabe v. 17. Februar 2023 den Wert der Prävention der nicht-kommunikativen Erkrankungen, zu denen etwa Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems oder Tumorerkrankungen gehören.

    Hier wird nochmals dezidiert zusammengefasst, welchen gesundheitlichen Vorteil solche Massnahmen haben, obwohl sie trotz politischer Vorgaben keineswegs in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. So beliefen sich die Ausgaben der GKV 2023 insgesamt auf mehr als 263 Milliarden €, wovon nur 3,4% auf die Prävention entfielen. In einer Auswertung der renommierten Zeitschrift „Herzmedizin“ von 2026 findet sich, dass nur 27% der Publikationen in diesem Jahr auf das Stichwort „Prävention“, 73% dagegen auf die kurative oder invasive Kardiologie entfallen.

    Wir wissen, dass das viel zu wenig ist, und auf diese Problematik immer wieder hinzuweisen, ist eine Dauer-Aufgabe auch dieses Abschnitts und Kapitels.

    Auch ist es wichtig, die immer wieder verwendeten Begriffe aus diesem Bereich zu erklären:

    Maßnahmen, die die „Verhältnisse“ in der Umgebung des Einzelnen, also

    • Arbeitsbedingungen,
    • Privates Umfeld,
    • Bildung/Erziehung

    beeinflussen können.

    Interventionen, die den Einzelnen veranlasst, sein eigenes Gesundheits“verhalten“ durch
    Selbst-Motivation, Edukation, Gruppeneinflüsse zu ändern.
    Auch die sog. Selbstoptimierung, ein heute moderner Begriff aus dem Fitness-Bereich, gehört, wenn auch bedingt, dazu.

    Hierunter wird eigentlich Prävention als Vorbeugung im engeren Sinne verstanden: Vermeidung von Krankheiten und deren Auftreten, bevor diese aufgetreten sind. Es werden Ernährung, körperliche Aktivität, aber auch die medikamentöse Therapie der Herz-Kreislauf-Risikofaktoren, also Lipidsenkung oder Blutdrucknormalisierung empfohlen.

    Versuch, bereits aufgetretene Krankheiten in einem sehr frühen Stadium
    zu beeinflussen und ihr weiteres Fortschreiten zu verhindern. Als Beispiele
    können Screening auf Risikofaktoren oder die Therapie der Angina pectoris gelten, bevor ein Herzinfarkt aufgetreten ist,
    oder des Diabetes mellitus, insbesondere des Typs 2 des metabolischen Syndroms.

    Dazu zählen Massnahmen, die nach dem Auftreten einer Krankheit versuchen, diese zu stabilisieren und eine Verschlimmerung zu verhindern. So ist die Behandlung des Herzinfarkts im weitesten Sinn hier einzuordnen. Tertiärprävention ist daher gleichzusetzen mit dem Begriff der Rehabilitation.

    Man unterscheidet heute drei Phasen, die örtlich und zeitlich unterschiedlich gehandhabt werden:

    Phase I: stationäre Akutreha im Akutkrankenhaus (Frührehabilitation),

    Phase II: stationäre Reha in der dafür geeigneten Rehaklinik mit einem Abschlussbericht, der die Eignung des Rehabilitanden für Phase III begründet,

    Phase III: ambulante Wohnort-Rehabilitation (Herzgruppen oder Arztpraxen, sowie ambulante Zentren wie Ftiness-Studios). Am häufigsten übernehmen Herzgruppen diese Funktion, die meist von örtlichen Sportvereinen und ihren Übungsleitern (Lizenz B Herzsport) geleitet werden.