
Der Blutkreislauf (erst im Zeitalter der Aufklärung 1616 durch William Harvey entdeckt) besteht aus zwei unabhängigen Einzel-Kreisläufen, dem kleinen oder Lungen- und großen oder Körper-Kreislauf, zu dem auch die Hirnversorgung gehört. Diese haben unterschiedliche wichtige Funktionen: Der Lungenkreislauf enthält venöses, sauerstoffarmes und kohlendioxidreiches Blut, und über die Lungen wird dieses Blut mit Sauerstoff aufgesättigt. damit es dem Körperkreislauf als arterielles Blut zur Aufrechterhaltung aller Lebensfunktionen.
Das Blut wird durch das Herz unaufhörlich in Bewegung gehalten und es steigert diese durch körperliche Belastung infolge Steigerungg des Herzschlag-Volumens. Venöses Blut ist wegen seiner Sauerstoffarmut dunkel, während arterielles Blut durch den aufgenommenen Sauerstoff rot bis tiefrot aussieht.

Vorder- und Rückansicht
Das Herz ist ein Hohlmuskel und ist in vier unterschiedliche Abschnitte mit unterschiedlicher Funktion unterteilt. In den Beispielen unten kann man diese Strukturen einschließlich der Herzkranzgefäße und der wichtigen Herzklappen erkennen.
Die Beschreibungen betreffen die äußerlich sichtbaren Herzanteile. Blau sind die zum Herzen führenden, rot die vom Herzen wegführenden Gefäße gekennzeichnet. Die Hohlvenen und die Pulmonalarterie führen venöses, Lungenvenen und die Aorta führen arterielles Blut. Man erkennt auch die Kranzgefäße sowie die von der Aorta abgehenden Arm- und Kopfarterien.

Längsschnitt
zeigt die vier Herzhöhlen, obere und untere Hohlvene sowie den Anfangsteil der Aorta. Zu sehen sind außerdem die Trikuspidalklappe re., die Aorten- und Mitralklappe li. Zu beachten ist der muskelstarke linke und der weniger muskelstarke rechte Ventrikel. In den rechten Vorhof münden die Hohlvenen, in den linken die Lungenvenen. Die rechte Abbildung zeigt einen bereits krankhaft erweiterten linken Ventrikel

Die Kranzgefäße
Das Kranzgefäßsystem um spannt das gesamte Herz wie ein Kranz – daher der Name:
Die Kranzgefäße (KA) entspringen aus der Aorta in den re. und li. Ausbuchtungen der Aortenklappen, den sog. Sinus. Die re. KA versorgt die Hinterwand linken Ventrikels, die li. KA Vorderwand und Seitenwand.

Die Herzklappen
Die vier Herzklappen im menschlichen Herzen wirken als präzise Rückschlagventile, die den Blutstrom in eine Richtung lenken und den Rückfluss verhindern. Man unterscheidet anatomisch zwei Haupttypen: die Segelklappen (AV-Klappen) zwischen Vorhof und Kammer und die Taschenklappen am Ausgang der Herzkammern.
Die vier Herzklappen im Überblick
- Trikuspidalklappe: Die rechte Segelklappe. Sie liegt zwischen dem rechten Vorhof und der rechten Herzkammer und besitzt drei Segel (Cuspides).
- Mitralklappe (Bikuspidalklappe): Die linke Segelklappe zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer. Sie verfügt über zwei Segel.
- Pulmonalklappe: Die rechte Taschenklappe. Sie liegt am Ausgang der rechten Herzkammer zur Lungenarterie (Truncus pulmonalis).
- Aortenklappe: Die linke Taschenklappe. Sie befindet sich am Ausgang der linken Herzkammer zur Hauptschlagader (Aorta).
Histologischer Aufbau
Herzklappen bestehen aus Duplikaturen der Herzinnenhaut (Endokard) und sind beidseitig von Endothel überzogen. Sie enthalten keine eigenen Blutgefäße, sondern werden durch Diffusion aus dem vorbeifließenden Blut ernährt. Der Querschnitt einer Klappe gliedert sich von innen nach außen in folgende Schichten: [1, 2, 3]
- Lamina spongiosa: Eine lockere Bindegewebsschicht, die reich an Hyaluronan und Proteoglykanen ist.
- Lamina fibrosa: Eine straffe, kollagenreiche Bindegewebsschicht, die für die mechanische Stabilität der Klappen sorgt. [1, 2, 3]
Detailstruktur der Klappentypen
- Segelklappen (Atrioventrikularklappen): Sie sind über feine Sehnenfäden (Chordae tendineae) mit den Papillarmuskeln der Herzwand verbunden. Dies verhindert, dass sich die Klappen bei hohem Druck in den Herzkammern in Richtung der Vorhöfe umstülpen können.
- Taschenklappen (Semilunarklappen): Diese bestehen aus jeweils drei halbmondförmigen Taschen. Sie öffnen sich durch den Druck der kontrahierenden Herzkammer und schließen sich durch den zurückfallenden Blutdruck in der Entspannungsphase des Herzmuskels.
