Zur erweiterten Zusammenfassung nach DHS
Allgemein
- Sterblichkeit durch Koronare Herzkrankheit erneut deutlich gesunken.
- Kardiovaskuläre Sterblichkeit und Klinikaufnahmen insgesamt auf zu hohem Niveau.
- Herzstiftung: „Zeitkritische kardiologische Versorgung muss in Zeiten von Reformen und Sparzwängen garantiert sein.“
- Fokus auf frühe Prävention und Kontrolle von Risikofaktoren, um Klinikeinweisungen zu vermeiden und die Sterblichkeit zu senken
Beim genauen Betrachten der Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Kontext von Altersgruppen fällt auf, dass der Anteil der kardiovaskulären Erkrankungen an allen Todesursachen in den Altersgruppen der ab 70-Jährigen auch weiterhin ansteigt, während der Anteil der Krebserkrankungen an allen Todesursachen ab diesem Altersabschnitt abnimmt.
Herzrhythmusstörungen stehen im Mittelpunkt des Deutschen Herzberichts – Update 2026. Sie zählen zu den Herzerkrankungen mit der höchsten Krankheitslast in Deutschland: 2024 kam es zu mehr als 509.000 stationären Krankenhausaufnahmen, rund 29.800 Menschen starben an den Folgen einer Rhythmusstörung.
Besonders häufig ist das Vorhofflimmern. Allein deshalb mussten im Jahr 2024 rund 360.800 Patientinnen und Patienten stationär behandelt werden. Vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen widmen die Deutsche Herzstiftung und die beteiligten Fachgesellschaften dem Thema Vorhofflimmern einen besonderen Schwerpunkt und betonen die wachsende Bedeutung einer sektorenübergreifenden Versorgung.
Mortalität und Morbidität der Herzkrankheiten
2024 wurden deutschlandweit 1.653.702 Patientinnen und Patienten mit ausgewählten Herzerkrankungen vollstationär behandelt.
Davon waren 57,8 % Männer (955.344 Fälle) und 42,2 % Frauen (698.358 Fälle).
Der größte Anteil der Herzpatienten stammt aus der Altersgruppe der über 65-Jährigen. Seit 2012 stieg ihre Zahl um 17,4 % bei Männern und 11,1 % bei Frauen.
Die höchsten altersstandardisierten Hospitalisationsraten entfielen 2024 auf die Koronare Herzkrankheit (569,7 je 100.000 Einwohner), gefolgt von Herzrhythmusstörungen (531,8) und Herzinsuffizienz (468,5).
Herz-Kreislauf-Erkrankungen blieben 2024 die häufigste Todesursache in Deutschland und waren für 28,3 % aller Todesfälle verantwortlich.
Die höchste altersstandardisierte Mortalitätsrate wies die Koronare Herzkrankheit mit 118,3 Todesfällen je 100.000 Einwohner auf.
Koronare Herzkrankheit
Die altersstandardisierte vollstationäre Hospitalisationsrate der Koronaren Herzkrankheit betrug 2024 für Männer 831,2 und für Frauen 308,2 pro 100.000 Einwohner.
Geschlechterverteilung (Mortalitätsrate): Männer sind weiterhin mehr als doppelt so häufig betroffen (Männer: 161 je 100.000 Einwohner, Frauen: 76 je 100.000 Einwohner).
Altersstandardisierte Mortalitätsrate: 118 pro 100.000 Einwohner (niedrigster Wert seit 2000).
Rückgang der mit Herz-Lungen-Maschine operierten isolierten chirurgischen Myokardrevaskularisationen (ACB) seit 2019 auf 20.658 Eingriffe im Jahr 2024 (−23,7 %).
Anstieg der ohne Herz-Lungen-Maschine operierten Aorto-Coronaren-Bypassoperationen (OPCAB) seit 2019 auf 8.185 Eingriffe im Jahr 2024 (+15,7 %).
Erweiterte diagnostische Maßnahmen während Koronarinterventionen:
Der Anteil der intravaskulären Bildgebung lag 2024 bei 9,0 % (+5,2 Prozentpunkte seit 2020),
Der Anteil koronarphysiologischer Messungen bei 7,8 % (+0,1 Prozentpunkte seit 2020).
Die Zahl der Koronarangiographien (ambulant und stationär) sank seit 2019 um 6,4 % auf 835.879 Untersuchungen im Jahr 2024.
Die Zahl der perkutanen Koronarinterventionen (PCI) ging seit 2019 um 2,6 % auf 374.485 Eingriffe zurück.
Herzinsuffizienz
Die altersstandardisierte Hospitalisationsrate bei Herzinsuffizienz lag 2024 bei 469 Fällen je 100.000 Einwohner und damit 8,9 % niedriger als 2019 mit 514 Fällen je 100.000 Einwohner.
Über 65-Jährige haben eine vierfach erhöhte Hospitalisationsrate aufgrund von Herzinsuffizienz im Vergleich zur Gesamtbevölkerung (2.246 pro 100.000 Einwohner).
Frauen werden weiterhin deutlich seltener aufgrund einer Herzinsuffizienz hospitalisiert als Männer (381 pro 100.000 Einwohner vs. 556 pro 100.000 Einwohner).
Die Zahl der Herztransplantationen ist 2024 auf 350 gestiegen. Davon stammen 35 Spenderherzen aus Ländern mit Widerspruchslösung, die in Deutschland weiterhin nicht eingeführt ist.
21.742 CRT-Eingriffe (kardiale Resynchronisationstherapie), −0,1 % gegenüber dem Vorjahr; davon 14.047 Ersteingriffe (+2,2 % gegenüber dem Vorjahr).
Langfristig zeigt sich weiterhin eine deutliche Zunahme von CRT-P-Implantationen im Vergleich zu CRT-D-Implantationen.
Kardiovaskuläre Rehabilitation
60 von 100 angeschriebenen Rehabilitationskliniken beteiligten sich an der Datenerhebung und übermittelten Daten von 84.302 Patientinnen und Patienten.
Die Geschlechterverteilung in der kardiologischen Rehabilitation lag bei 77 % Männern und 23 % Frauen.
Die Koronare Herzkrankheit (KHK) war auch 2024 die häufigste Hauptdiagnose in der kardiologischen Rehabilitation.
Wesentlicher Träger der kardiologischen Rehabilitationsleistungen bleibt die Deutsche Rentenversicherung (DRV).
Die Autoren danken DHS für die Erlaubnis zur Bereitstellung der Informationen.

