Therapie der Aortenklappenstenose
- Chirurgische Therapie
Die chirurgische Therapie ist der Aortenklappenersatz und umfasst den Austausch der kranken Klappe gegen eine künstliche Herzklappe (diese sind langlebig, erfordern aber eine lebenslange Einnahme von Blutverdünnern) oder Bioprothese (Sie haben eine begrenzte Lebensdauer (ca. 10-20 Jahre) und machen in der Regel keine dauerhafte Blutverdünnung notwendig Sie werden oft bei älteren Patienten oder bei Frauen mit Kinderwunsch bevorzugt). Der Austausch erfolgt mittels einer offenen Herzoperation (konventionell oder minimalinvasiv). Die offene Operation wird an einer Herz-Lungen-Maschine durchgeführt, bei der die Aortenklappe entfernt und eine mechanische oder biologische Prothese eingenäht wird. Historisch waren es 1960 der Herzchirurg STARR und der Ingenieur Edwards (später Firmengründer der Edwards-Lifesciences Company), die die Starr-Edwards-Herzklappe entwickelten, die zunächst in Mitralklappenposition eingesetzt wurde. Der laute Klick war das hörbare Kennzeichen dieser Klappe, die heute nicht mehr eingesetzt wird (moderne Scheibenklappen). Als Bioprothese kommt vorbehandeltes Bindegewebe aus Schweinen (Alain CARPENTIER 1968, “Schweineklappe”), später auch aus Rinder-Herzbeuteln zum Einsatz. - Interventionelle Therapie
Diese auch TAVI (transaortal valve implantation) genannte Vorgehensweise wird im Herzteam nach ausgiebiger Diskussion zwischen Herzchirurgie und Kardiologie vorgenommen. Die kranke Klappe wird nicht entfernt, sondern zur Seite gedrängt.Eine neue, gefaltete Klappenprothese wird über einen Katheter eingeführt und an der Position der alten Klappe entfaltet. Dies geschieht meist über die Leistenarterie, kann aber auch als chirurgischer Eingriff über die Herzspitze erfolgen (transapikal). Die Operation findet am schlagenden Herzen statt.
Die TAVI wurde 2002 von dem französischen Kardiologen Alain CRIBIER entwickelt und zunächst für Notfälle vorgesehen. Inzwischen ist sie aber auch für ältere Patienten, die nicht für einen operativen Eingriff in Frage kommen, angebracht: das ist derzeit die Hauptindikation. Diese Indikation wird stetig erweitert und Überlegungen, den Eingriff auch auf Jüngere und symptomlose Patienten (mit hohem Gradienten oder mit hohem OP-Risiko) auszuweiten, sind im Gange. Zur Zeit gibt es keine Studien zur Langlebigkeit (Longevity) der eingesetzten Prothesen, sodaß TAVI für Jüngere noch zurückhaltend angewandt wird. - Andere Einsatzmöglichkeiten:
Das TAVI-Verfahren (Herzklappeneinsatz) wird aktuell auch bei (erheblicher) Rechtsbelastung durch Trikuspidal-Insuffizienz durch Ersatz dieser Herzklappe und auch bei der Mitralstenose angewandt. Ein Register zur Datensammlung und -aufarbeitung ist angelegt, Daten aber sind noch nicht publiziert.
Seiten: 1 2
