4. Februar 2026

    Der Schlaganfall

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    Der Schlaganfall (Apoplex)

    Ein Schlaganfall (Apoplex, Insult, zerebraler Infarkt oder Hirnblutung) ist eine plötzlich auftretende Störung der Gehirnfunktion, die durch eine Durchblutungsstörung oder Blutung im Gehirn verursacht wird. Es handelt sich um einen medizinischen Notfall, da jede Minute zählt – Nervenzellen im betroffenen Areal gehen unwiederbringlich zugrunde, wenn die Blutversorgung unterbrochen bleibt.


    🔹 Ursachen des Schlaganfalls

    Es gibt zwei Hauptformen:

    1. Ischämischer Schlaganfall (ca. 80–85 % der Fälle):
      Verursacht durch eine Mangeldurchblutung infolge einer Gefäßverengung oder eines Gefäßverschlusses.
      • Ursache: meist Arteriosklerose, Thrombose oder Embolie (z. B. durch Vorhofflimmern).
      • Folgen: Sauerstoffmangel → Untergang von Nervenzellen im betroffenen Areal.
    2. Hämorrhagischer Schlaganfall (ca. 15–20 % der Fälle):
      Entsteht durch Einblutung in das Hirngewebe (intrazerebrale Blutung) oder unter die Hirnhäute (subarachnoidale Blutung).
      • Ursache: häufig Bluthochdruck, Aneurysmaruptur oder Gefäßmissbildungen.
      • Folge: Druckanstieg und Schädigung des umliegenden Hirngewebes.

    🔹 Symptome eines Schlaganfalls

    Die Symptome hängen davon ab, welches Hirnareal betroffen ist und wie groß die Schädigung ist. Typischerweise treten sie plötzlich auf.

    Häufige akute Symptome:

    • Halbseitige Lähmung (Hemiparese) oder Gefühlsstörung einer Körperhälfte (Gesicht, Arm, Bein)
    • Gesichtslähmung: herabhängender Mundwinkel, hängendes Augenlid
    • Sprachstörungen (Aphasie) – Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen
    • Sehstörungen – Doppelbilder, Gesichtsfeldausfälle, plötzliche Blindheit auf einem Auge
    • Schwindel, Gangunsicherheit, Koordinationsprobleme
    • Bewusstseinsstörungen, bis hin zum Koma
    • Plötzlicher, ungewöhnlich starker Kopfschmerz (besonders bei Hirnblutung)

    Merkhilfe: FAST-Test

    • Face – Lächeln lassen → hängt ein Mundwinkel?
    • Arm – beide Arme heben → sinkt ein Arm ab?
    • Speech – spricht die Person undeutlich oder gar nicht?
    • Time – Zeit = sofort Notruf 112 wählen!

    🔹 Diagnose

    Nach der klinischen Untersuchung erfolgt die bildgebende Diagnostik, um Art und Lokalisation festzustellen:

    • CCT (Computertomographie des Schädels) → schnell, erkennt Blutungen sofort
    • MRT des Gehirns → empfindlicher für ischämische Infarkte
    • CT-/MR-Angiographie → Darstellung der Hirngefäße
    • Dopplersonographie → Beurteilung der Halsschlagadern
    • EKG → Nachweis von Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern)

    🔹 Akuttherapie

    Ziel ist die Wiederherstellung der Durchblutung (bei ischämischem Schlaganfall) oder die Blutstillung (bei Blutung):

    Bei ischämischem Schlaganfall:

    • Intravenöse Thrombolyse mit Alteplase (tPA) innerhalb von 4,5 Stunden nach Symptombeginn.
    • Mechanische Thrombektomie bei großen Gefäßverschlüssen – bis zu 6–24 Stunden möglich (je nach Fall).
    • Supportive Maßnahmen: Atemwegssicherung, Blutdruckkontrolle, Blutzuckereinstellung, Temperaturregulation.

    Bei hämorrhagischem Schlaganfall:

    • Blutdrucksenkung, ggf. operative Blutentfernung oder Aneurysma-Clipping/Coiling.
    • Hirndruckmanagement (z. B. osmotische Therapie, Entlastungskraniektomie).

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    🔹 Langzeitbehandlung und Rehabilitation

    Nach der Akutphase beginnt die Frührehabilitation:

    • Physiotherapie: Wiederherstellung von Beweglichkeit und Kraft
    • Logopädie: Sprach- und Schlucktherapie
    • Ergotherapie: Training von Alltagsfähigkeiten
    • Psychologische Betreuung: Bewältigung von Depression, Angst oder Demenzsymptomen

    Zudem erfolgt eine sekundärpräventive Therapie, um erneute Schlaganfälle zu verhindern:

    • Blutdruckkontrolle
    • Blutfettsenkung (Statine)
    • Blutverdünnung (z. B. ASS, Clopidogrel, NOAKs)
    • Behandlung von Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern)
    • Nikotinverzicht, Bewegung, gesunde Ernährung

    🔹 Prognose

    Die Prognose hängt stark von folgenden Faktoren ab:

    • Art des Schlaganfalls (ischämisch vs. hämorrhagisch)
    • Ausmaß und Lokalisation der Hirnschädigung
    • Zeit bis zur Behandlung („time is brain“)
    • Allgemeinzustand und Begleiterkrankungen

    Statistische Übersicht:

    • Etwa ein Drittel der Betroffenen verstirbt innerhalb des ersten Jahres.
    • Ein Drittel bleibt dauerhaft behindert (motorisch, sprachlich, kognitiv).
    • Ein Drittel kann sich weitgehend erholen – vor allem bei schneller Behandlung.

    Frühzeitige Rehabilitationsmaßnahmen und konsequente Sekundärprävention verbessern die Überlebens- und Erholungsrate erheblich.


    🔹 Zusammenfassung

    KategorieBeschreibung
    DefinitionAkute Durchblutungsstörung oder Blutung im Gehirn
    Häufigste FormIschämischer Schlaganfall (ca. 85 %)
    LeitsymptomeHalbseitenlähmung, Sprachstörung, Sehstörung
    DiagnoseCT/MRT des Gehirns, Gefäßdarstellung
    AkuttherapieThrombolyse oder Thrombektomie bei Ischämie; Blutstillung bei Blutung
    PrognoseAbhängig von Lokalisation, Ausmaß und Behandlungszeit
    SekundärpräventionBlutdrucksenkung, Antikoagulation, Statine, Lebensstiländerung

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    erstellt mit KI