4. Februar 2026

    Der Schlaganfall

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    Die transitorisch ischämische Attacke TIA


    🩺 Vergleich: TIA vs. ischämischer Schlaganfall

    KriteriumTransitorisch Ischämische Attacke (TIA)Ischämischer Schlaganfall
    DefinitionKurzzeitige, reversible Durchblutungsstörung des Gehirns ohne bleibende GewebeschädigungDauerhafte Durchblutungsstörung mit Infarkt und bleibender neuronaler Schädigung
    Dauer der SymptomeSekunden bis maximal 24 Stunden (meist <1 Stunde)>24 Stunden oder bleibende Ausfälle
    SymptombildungPlötzlich, identisch zu Schlaganfall-SymptomenEbenfalls plötzlich, aber bleibend oder progredient
    SymptomeHalbseitige Lähmung, Sprachstörung, Sehstörung, Sensibilitätsstörung – vollständig reversibelGleiche Symptome, jedoch persistierend und mit bleibenden Defiziten
    Bildgebung (MRT DWI)Keine Infarktzeichen sichtbarInfarktareal nachweisbar (Signalveränderung in DWI, ADC↓)
    CT-BefundNormal (keine Infarkte oder Blutung)Frühzeichen des Infarkts (Hypodensität, Verlust der Rindenzeichnung)
    PathophysiologieKurzzeitige Minderdurchblutung (z. B. Mikroembolie, Hypoperfusion)Vollständiger Gefäßverschluss oder prolongierte Ischämie mit Zelluntergang
    RisikofaktorenGleich wie beim Schlaganfall: Hypertonie, Vorhofflimmern, Atherosklerose, Diabetes, RauchenGleich wie bei TIA, meist jedoch stärker ausgeprägt
    ABCD²-ScoreWird zur Risikoeinschätzung für Folge-Schlaganfall eingesetztNicht anwendbar, da Schlaganfall bereits manifest
    Therapieprinzip (Akut)Sofortige Diagnostik und Sekundärprävention (ASS, Clopidogrel, Statin, Blutdruckkontrolle)Akutbehandlung zur Rekanalisation (Thrombolyse, Thrombektomie) + Sekundärprävention
    Prognose (akut)Symptome bilden sich vollständig zurück, aber hohes RezidivrisikoHöhere Mortalität und Morbidität; Rehabilitation häufig erforderlich
    Schlaganfallrisiko nach Ereignis5–10 % in den ersten 48 h, 15–20 % in 3 MonatenBereits eingetreten – Risiko weiterer Schlaganfälle besteht weiterhin
    LangzeitfolgenKeine, wenn keine Reinfarkte auftretenHäufig bleibende Behinderungen (motorisch, sprachlich, kognitiv)
    Ziel der BehandlungVerhinderung eines Schlaganfalls durch Ursachenbeseitigung und RisikoreduktionMinimierung des Infarktschadens, Wiederherstellung der Funktion und Sekundärprophylaxe
    Stationäre AufnahmeImmer indiziert (innerhalb von 24 h nach Symptombeginn)Immer indiziert, meist Schlaganfallstation oder Intensiv
    LangzeitmedikationASS oder Clopidogrel, evtl. Antikoagulation bei Vorhofflimmern, Statin, BlutdrucksenkerGleiche Sekundärprävention, aber zusätzlich Reha-Management
    Bildliche AnalogieKurzzeitiger „Stromausfall“ im Gehirn ohne Schaden„Brandstelle“ im Gehirn mit struktureller Zerstörung

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    🔹 Zusammenfassung der klinischen Bedeutung

    AspektTIASchlaganfall
    ReversibilitätVollständig reversibelMeist irreversibel
    Akute GefahrWarnsignal für drohenden SchlaganfallAkutes lebensbedrohliches Ereignis
    Diagnostisches ZielUrsache finden und verhindern, dass sich ein Infarkt entwickeltInfarkt behandeln und Ausbreitung begrenzen
    Therapeutisches ZielSekundärpräventionAkutbehandlung + Sekundärprävention
    Wichtigkeit der ZeitSofortige Abklärung nötig (innerhalb 24 h)Sofortige Intervention nötig („time is brain“)

    🔹 Wichtige Merksätze

    • Jede TIA ist ein Notfall!
      → Sie ist ein Vorläufer eines Schlaganfalls, nicht eine harmlose Episode.
    • TIA und Schlaganfall sind pathogenetisch identisch.
      → Der Unterschied liegt in der Dauer und im Ausmaß der Ischämie.
    • Innerhalb von 48 Stunden nach einer TIA ist das Schlaganfallrisiko am höchsten.
      → Daher: sofortige Diagnostik und Prävention sind entscheidend.

    erstellt mit KI