| Definition | Kurzzeitige, reversible Durchblutungsstörung des Gehirns ohne bleibende Gewebeschädigung | Dauerhafte Durchblutungsstörung mit Infarkt und bleibender neuronaler Schädigung |
| Dauer der Symptome | Sekunden bis maximal 24 Stunden (meist <1 Stunde) | >24 Stunden oder bleibende Ausfälle |
| Symptombildung | Plötzlich, identisch zu Schlaganfall-Symptomen | Ebenfalls plötzlich, aber bleibend oder progredient |
| Symptome | Halbseitige Lähmung, Sprachstörung, Sehstörung, Sensibilitätsstörung – vollständig reversibel | Gleiche Symptome, jedoch persistierend und mit bleibenden Defiziten |
| Bildgebung (MRT DWI) | Keine Infarktzeichen sichtbar | Infarktareal nachweisbar (Signalveränderung in DWI, ADC↓) |
| CT-Befund | Normal (keine Infarkte oder Blutung) | Frühzeichen des Infarkts (Hypodensität, Verlust der Rindenzeichnung) |
| Pathophysiologie | Kurzzeitige Minderdurchblutung (z. B. Mikroembolie, Hypoperfusion) | Vollständiger Gefäßverschluss oder prolongierte Ischämie mit Zelluntergang |
| Risikofaktoren | Gleich wie beim Schlaganfall: Hypertonie, Vorhofflimmern, Atherosklerose, Diabetes, Rauchen | Gleich wie bei TIA, meist jedoch stärker ausgeprägt |
| ABCD²-Score | Wird zur Risikoeinschätzung für Folge-Schlaganfall eingesetzt | Nicht anwendbar, da Schlaganfall bereits manifest |
| Therapieprinzip (Akut) | Sofortige Diagnostik und Sekundärprävention (ASS, Clopidogrel, Statin, Blutdruckkontrolle) | Akutbehandlung zur Rekanalisation (Thrombolyse, Thrombektomie) + Sekundärprävention |
| Prognose (akut) | Symptome bilden sich vollständig zurück, aber hohes Rezidivrisiko | Höhere Mortalität und Morbidität; Rehabilitation häufig erforderlich |
| Schlaganfallrisiko nach Ereignis | 5–10 % in den ersten 48 h, 15–20 % in 3 Monaten | Bereits eingetreten – Risiko weiterer Schlaganfälle besteht weiterhin |
| Langzeitfolgen | Keine, wenn keine Reinfarkte auftreten | Häufig bleibende Behinderungen (motorisch, sprachlich, kognitiv) |
| Ziel der Behandlung | Verhinderung eines Schlaganfalls durch Ursachenbeseitigung und Risikoreduktion | Minimierung des Infarktschadens, Wiederherstellung der Funktion und Sekundärprophylaxe |
| Stationäre Aufnahme | Immer indiziert (innerhalb von 24 h nach Symptombeginn) | Immer indiziert, meist Schlaganfallstation oder Intensiv |
| Langzeitmedikation | ASS oder Clopidogrel, evtl. Antikoagulation bei Vorhofflimmern, Statin, Blutdrucksenker | Gleiche Sekundärprävention, aber zusätzlich Reha-Management |
| Bildliche Analogie | Kurzzeitiger „Stromausfall“ im Gehirn ohne Schaden | „Brandstelle“ im Gehirn mit struktureller Zerstörung |