Nur bei rund 40 Prozent aller an einem plötzlichen Herztod verstorbenen Personen konnte in der Autopsie-basierten Studie POST SCD (Postmortem Systematic Investigation of Sudden Cardiac Death) nach gründlichen Post-mortem-Untersuchungen ein Myokardinfarkt als Ursache bestätigt werden.
Es konnte in 59 Prozent aller durch Autopsie bestätigten Herztod-Fälle histopathologisch kein Bezug zu einem Myokardinfarkt festgestellt werden. Zu den kardialen Ursachen zählten in diesen Fällen unter anderem nichtischämische Kardiomyopathien, Hypertrophie oder chronische Koronarerkrankungen ohne histopathologische Anzeichen für einen Myokardinfarkt.
In dieser 12-jährigen, landesweiten Studie waren ein Viertel aller plötzlichen Todesfälle und 41 % der durch Autopsie bestätigten plötzlichen Herztodesfälle auf einen Myokardinfarkt zurückzuführen, wobei erhebliche Unterschiede zwischen den ethnischen Gruppen festzustellen waren. Bei plötzlichen Herztodesfällen aufgrund eines Myokardinfarkts im Zusammenhang mit koronarer Herzkrankheit (MI-CAD) waren die linke vordere absteigende Arterie und die rechte Koronararterie am häufigsten betroffen. Nicht-arrhythmische Ursachen traten bei plötzlichen Herztodesfällen aufgrund eines Myokardinfarkts ohne bekannte koronare Herzkrankheit (MINOCA; vor allem bei Frauen mit mikrovaskulärer Dysfunktion) doppelt so häufig auf wie bei akuten MI-CAD-Fällen.

Nakasuka, K, Kewcharoen, J, Salazar, J. et al. Sudden Cardiac Death Due to Myocardial Infarction With Obstructive and Nonobstructive Coronary Arteries. JACC. 2026 Jul, 88 (2) 134–149.
https://doi.org/10.1016/j.jacc.2026.01.030
