Das Saarlans erlebt zur Zeit die zweite Hitzewelle in diesem Jahr. Der Sommer ist ja noch nicht vorbei… Die Anpassungsstrategien der Städte und Gemeinden sind eher minimal und dringend verbesserungsbedürftig, und so kommt es, dass die Ergebnisse der Auswertung des RKI bezogen auf die Inzidenz der durch Hitze-Einwirkung Verstorbenen aktuell – Juli 2025 – besonderes alarmierend ist. In einem breiten westlichen Band von NRW bis Baden-Württemberg ist diese Zahl besonders hoch; im Saarland beträgt sie sogar 33/100.000 Einwohner. Die Zahlen für den Osten Deutschlands sind vergleichsweise niedrig, was mit der regionalen Hitzebelastung zusammenhängt (Osten << Westen).
Die Grafik zeigt diese Übersterblichkeit durch Hitze:

Diese Grafik zeigt die Wochenmitteltemperatur von Deutschland, die im Juli 2026 auf über 20 Grad angestiegen ist.

Diese Grafik gibt Zahlen über die hitzebedingten Sterbefälle, die 2026 ihren Höchststand von fast 10.000 erreicht haben. Das ist ein starkes und unübersehbares Alarmsignal!! Gefährdet sind infolge des demografischen Wandels vor allem die Älteren, die meist auch Vorerkrankungen aufweisen und die ein altersbedingtes Hitze-Risiko besitzen.

Fazit
Die Daten des RKI zeigen auf, dass Hitze ein zusätzlicher und bedrohlicher unabhängiger Risikofaktor nicht nur für Herz und Kreislauf ist und daher eine Prävention aller drei Formen (primär, sekundär, tertiär) nötig, ja dringlich ist. Leider sind die Massnahmen der Hitzeprävention in Städte und Gemeinden durch Grünflächen-Vorgaben, Entsiegelung von Flächen und Schattenangeboten in den Kommunen nicht priorisiert. Dies muss sich ändern, denn es ist nicht zu erwarten, dass die Reduktion, so notwendig sie ist, in den nächsten hundert Jahren zu messbaren niedrigen Ergebnissen führt, sodaß die Erderwärmung auf einem ebenso niedrigen Niveau gestoppt werden kann. Die 1,5-Grad-Marke von Paris ist bereits Geschichte und daher ist Hitzeschutz für die Allgemeinheit und den älteren Menschen besonders endlich zu priorisieren. Hier liegen die Hauptaufgaben für Kommunen, Länder und Staat.
