Andreas Grüntzig wurde am 25. Juni 1939 in Dresden geboren. Bei Eberhard Zeitler in Engelskirchen lernte er 1971 die Wiedereröffnung von verschlossenen Arterien mittels Dotterung, einem von Charles Dotter entwickelten Bougierungsverfahren, kennen.
Nach der Erfindung des Ballonkatheters für periphere Arterien 1974 führte er am 16. September 1977 erstmals eine erfolgreiche Ballondilatation zur Aufdehnung verengter Herzkranzgefäße in Zürich durch, die sogenannte perkutane transluminale Koronarangioplastie (PTCA) oder perkutane Koronarintervention (PCI).[1] Hierbei dehnte er im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung ein um etwa 80 % verengtes, nur etwa drei Millimeter kurzes Stück des Vorderwandastes (LAD) des Herzens mit einem in das Gefäß eingeführten Ballon auf, stellte eine normale Durchblutung wieder her und ersparte so dem Patienten eine Bypassoperation. Noch nach zehn Jahren zeigte sich bei Kontrolluntersuchungen die erweiterte Engstelle offen. Seine ersten vier auf einem Kongress der Amerikanischen Herzgesellschaft (AHA) vorgestellten Fälle erregten große Aufmerksamkeit, aber auch Skepsis; heute werden seine Leistungen als Vorreiter der interventionellen Kardiologie weltweit anerkannt.
